• Document: Ästhetik, Kreativität und Freiheit. - Ästhetik
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4.3.2.3 Ästhetik, Kreativität und Freiheit - Ästhetik Die Ästhetik ist neben der Logik, der Ethik, der Wissenschaftstheorie und der Metaphysik eine Disziplin angewandter Philosophie. Ästhetik ist ebenso wie die Kreativität und die Freiheit eine a-systemische Perspektive, die uns einen Zugang zum Verständnis komplexer Interfaces liefert. Die Ästhetik ist die Lehre von den Gesetzen der Kunst, besonders vom Schönen und des Schönen selbst./1/ Sie ist ein Emergenzphänomen, das sich durch rekursive Konstruktionen unseres Bewußtseins manifestiert. Ästhetik ist eine Form der Wahrheit, Schönheitssinn ein Sinn für die Wahrnehmung der Wirklichkeit./2/ Schönheit fällt uns um so intensiver auf, je seelenloser und häßlicher die Strukturen um uns herum und je unglücklicher die Menschen sind. Die schönsten Strukturen, die wir kennen, sind die lebenden Strukturen der Natur, die jedoch leider vergänglich sind, da sie eine irreversible Entwicklung vollziehen./3/ Da Ästhetik den Geist inspiriert, benötigt das Management ein Höchstmaß an Ästhetik, um kreativ und innovativ zu sein. Schönheit war nach Kant deshalb der Ausdruck ästhetischer Ideen./4/ Management muß ein ästhetischer Prozeß sein, der Kultur, Gestaltung und Schönheit mit einschließt. So sind erfolgreiche Unternehmensstrategien, ebenso wie Spielzüge beim Schach oder auch beim Fußball durch eine besondere Ästhetik gekennzeichnet. Die Gestaltung der Dimensionen Umwelt, Strategie und Struktur ist für das Management eine ästhetische Aufgabe, die im Unternehmen entworfen werden muß. Management entwickelt seine eigene Ästhetik unabhängig von konkreten Inhalten durch die unternehmerische Vision und die interaktive Kommunikation von Mitarbeitern. Um die Ästhetik der Managementprozesse zu entfalten, benötigen wir den Anderen bzw. die Vernetzung mit Anderen. Durch die Interaktion im Rahmen von Interfaces können ästhetische Innovationen hervorgebracht werden. Wenn ästhetische Prozesse Zeichenprozesse sind und wenn Management zunehmend auf Zeichenprozessen basiert, so wird hier im Rahmen des Buches die These aufgestellt, daß erfolgreiches Management ein ästhetischer Prozeß ist, der Abstraktion, Konkretion, Konstruktion und Nachahmung beinhaltet./5/ Management beruht durch die Computer zunehmend auf der Manipulation von Zeichen. Was wir in Virtuellen Realitäten wahrnehmen, wird durch Symbole und Programme festgelegt; jedoch werden die Codierungen durch Teilnehmer am Cyberspace sinnlich erfahrbar, was eine neue Form von Ästhetik bedeutet. Laut Bense drückt die Einheit und Zusammenarbeit von ästhetischen und physikalischen Prozessen die aufsteigende Annäherung und Aussöhnung zwischen Bewußtsein und Maschine am besten aus./6/ Physik und Ästhetik treffen gegenwärtig in der Technologie der Virtuellen Realitäten zusammen. Die Ästhetik hat zur Zeit zwei große Bereiche, die Medientheorie und die digitale Bilderzeugung (Computergraphik)./7/ Da Ästhetik durch unsere Interfaces wahrgenommen wird, die die Welt konstruieren, stellt sich nicht nur die Frage nach der Ästhetik des Wirklichen, sondern auch nach der Ästhetik des Unwirklichen, der Realität, die wir nicht erkennen können (siehe Kapitel 1.1). Wenn wir Interfaces verändern und simulieren, spielen wir mit dem Virtuellen, um neue Wahrnehmungen der Wirklichkeit zu erhalten. Das Spiel und die Ästhetik stehen somit in einem neuen Kontext, wie uns dies bereits die Fraktale verdeutlicht haben. Zwischen den scheinbar endlosen Nischen in der Natur und der Mathematik besteht ein Zusammenhang, der durch Computer ans Tageslicht gebracht wird (siehe Kapitel 2.3.3)./8/ - Kreativität Kreativität ist ein subjektives Phänomen, das die Voraussetzung für das Hervorbringen von Entdeckungen, Erfindungen und Innovationen darstellt. Kreativität bedeutet nach Krishnamurti Freude und Aufmerksamkeit und das Überwinden unserer Ängste./9/ Die Kreativität hat zwei entscheidende Aufgaben: 1. Auf unvorhersagbare Veränderungen zu reagieren und 2. die spontane Erzeugung von Ideen./10/ Die Kreativität ist somit eng mit dem Auftreten Nichtlinearer Dynamiken wie dem Chaos gekoppelt. Ich glaube, daß Kreativität chaotische Systemzustände repräsentiert und durch Phasenübergänge zwischen Neuronengruppen im Gehirn hervorgerufen wird. Kreativität und Bifurkation, d.h. die Möglichkeit durch Ideen Alternativen zu erzeugen, hängen hierbei eng zusammen. Es scheint so, daß gerade die Nichtlineare Dynamik zeitlich irreversibler Prozesse in unserem Gehirn Kreativität freisetzt. Laut Prigogine ist deshalb die Fähigkeit des Systems, eine kleine Schwankung zu verstärken, der eigentliche Hebel für Kreativität./11/ Kreativität und Intuition führen zu Entscheidungen, die von niemandem erwartet werden, d.h. hier zeigt sich das Moment der Überraschung. Wenn Ideen von allen akzeptiert werden, ist es bereits allerhöchste Zeit neue Innovationen vorzubereiten. Deshalb schaffen gute Manager für ihre Mitarbeiter ein kreatives Umfeld, das nicht durch Konsens, sondern durch Diskurs geprägt ist. Da wir immer me

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